Im Gespräch mit Antonia von der Schulenburg - März 2025

Im Onlinegespräch mit Antonia von der Schulenburg – Die ehemalige Schülerin der Schloss-Schule war ab Klasse 10 im Internat und hat im Jahr 2021 erfolgreich ihr Abitur in Kirchberg absolviert. Sie machte direkt im Anschluss eine Ausbildung zur Pferdewirtin und studiert derzeit in Göttingen Landwirtschaft. An der Schloss-Schule hat sie für sich eine berufliche Orientierung entwickelt und ist derzeit dabei ihre Leidenschaft und ihr Hobby, die Arbeit mit Pferden, zum Beruf zu machen.

Was fällt Dir spontan als Erstes ein, wenn Du an die Zeit an der Schloss-Schule denkst?
Als erstes kommt mir das Schulgelände in den Sinn. Hier habe ich mich immer sehr wohl gefühlt und viel Zeit mit Freunden verbracht. Wir sind oft nach dem Abendessen noch lange sitzen geblieben und haben geredet, bis wir irgendwann „rausgeworfen“ wurden. Die Zeit, die man im Internat gemeinsam verbringt, ist wirklich intensiv und sehr besonders. Ich erinnere mich an viele schöne Stunden!
Auch das Reiten ist im Alltag des Internats viel flexibler zu integrieren. Die kurzen Wege sind sehr praktisch und die zahlreichen gemeinsamen Unternehmungen sind für mich unvergesslich.

Erzähle doch gerne etwas zu Deinen schulischen Stationen bevor Du auf die SK gekommen bist?
Ich habe bei uns im Ort die Grundschule und dann im Anschluss das Gymnasium besucht. Bis zur Oberstufe lief alles unkompliziert, aber dann hatte ich Schwierigkeiten mit meinen Lehrer*innen und auch die Noten wurden schlechter. Ich habe mich dann selbst auf die Suche nach Alternativen gemacht und bin im Internet auf die Schloss-Schule gestoßen. Vor allem das Reitangebot hat mich angesprochen, da ich schon damals begeistert geritten bin. Deshalb habe ich auch kurzfristig beschlossen nach den Herbstferien in die 10. Klasse der Schloss-Schule zu wechseln.

Was hat sich in Kirchberg geändert? Und wie konntest Du Deinen Reitsport mit dem Alltag im Internat verbinden und organisieren?
Die Lehrkräfte waren auf der Schloss-Schule den Schüler*innen deutlich mehr zugewandt und man konnte hier viel mehr individuelle Unterstützung bekommen. Auch das Gemeinschaftsgefühl und das „zusammen auf ein Ziel hinarbeiten“, war an der Schloss-Schule deutlich spürbarer. Wenn ich so zurückdenke, habe ich mich schnell wohlgefühlt und zurechtgefunden, was auch an den kleinen Klassen lag. Ich war schon nach kurzer Zeit ein Teil der Gemeinschaft.
Das Reiten war für mich im Internat deutlich leichter in den Alltag zu integrieren als zu Hause, weil alles so schnell erreichbar ist, die Schule, das Internat, der Stall. Das macht unglaublich viel aus, ich hatte deutlich mehr Zeit. Während der Oberstufe war es dann sogar möglich, dass ich vor der Schule oder in den Freistunden noch reiten gehen konnte. Ich habe die Freiheiten und das Vertrauen, was mir entgegengebracht wurde, sehr genossen! Der Alltag war für mich dadurch viel leichter zu organisieren und zu strukturieren. In meiner Zeit an der Schloss-Schule war es mir auch möglich Turniere zu reiten, Reitlehrgänge zu besuchen und Reitabzeichen zu erwerben. Die Unterstützung und Möglichkeiten, die ich im Reiten bekommen habe, waren enorm und das hat mich persönlich deutlich weitergebracht!

Was hast Du als prägend erfahren? Welche Werte, Lebensweisheiten und sonstigen Dinge begleiten Dich noch heute?
Prägend waren für mich das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung. Das Gemeinschaftliche und das echte „Wir-Gefühl“ hatte ich vor der Schloss-Schule noch nicht so erlebt. Auch, dass man sich gegenseitig füreinander einsetzt.
Was ich auch beobachtet habe, ist, dass ich durch das Leben im Internat schon viel strukturierter und selbständiger war und bin als andere in meinem Alter. Das hat mir sehr geholfen beim Start in die Ausbildung und auch jetzt bei meinem Studium.

Wie ging es nach der SK weiter? Auch im Reiten?
Direkt nach dem Abi habe ich eine Lehre zur Pferdewirtin gemacht. Diese habe ich nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Jetzt studiere ich in Göttingen Landwirtschaft. Aktuell bin ich im 4. Semester. Nach meinem Bachelor könnte ich mir gut einen Auslandsaufenthalt vorstellen und dann würde ich auch gerne noch das Masterstudium anschließen.
Das Reiten begleitet mich natürlich immer noch. Ich gebe Reitunterricht und bin dort sehr involviert. Manchmal würde ich gerne etwas mehr Zeit haben, um selbst im Sattel zu sitzen, aber das kommt bestimmt wieder…

Falls Du schon mal ein Klassen- oder Jahrgangstreffen hattest, welche Geschichten und Anekdoten dürfen hierbei nicht fehlen?
Einzelne Geschichten oder Situationen kommen mir da spontan nicht ins Gedächtnis. Aber an was ich mich gerne erinnere, ist das Gefühl, dass man im Internat irgendwie eine eigene kleine Community ist. Man entwickelt für manche Dinge eigene Begriffe, manchmal wie eine Art eigene Sprache, dadurch sind viele Witze und lustige Situationen im Alltag entstanden. Durch das gemeinsame Leben ist man sich sehr nah und man kennt sich sehr gut. Es ist einfach eine sehr innige Verbindung.

Wofür bist Du dankbar?
Die Schloss-Schule war für mich persönlich ein echter Glücksgriff! Ich hatte im Bereich des Reitens eine intensive und für mich sehr zielführende Unterstützung. Auch mein Abitur hätte ich vermutlich auf einer anderen Schule nicht so gut abgeschlossen. Und durch die Möglichkeit meiner Leidenschaft, dem Reiten, so nachzukommen, hat sich im letzten Halbjahr auf der Schule auch mein Berufswunsch und mein weiterer Weg sehr deutlich abgezeichnet. Und diesen habe ich jetzt auch eingeschlagen und fühle mich sehr wohl mit meiner Entscheidung. Darüber bin ich sehr glücklich und bin extrem dankbar, dass für mich alles so gelaufen ist!

Was würdest Du heute, rückblickend auf Deine Schulzeit, anders machen?
Ich hätte vielleicht zusätzlich noch andere AGs bzw. einen anderen Sport gemacht, weil es viele Angebote gab, die ich im Nachhinein gerne auch noch ausprobiert hätte.

Würdest Du gerne die Schule und die jetzigen Schüler*innen unterstützen?
Wenn ja, was könntest Du Dir vorstellen?

Ich kann mir gut vorstellen als Ansprechpartnerin für Reitinteressierte Jugendliche da zu sein und ihnen von meinen Erfahrungen zu berichten. Auch jetzt bin ich immer noch im Austausch mit dem Internat und habe erst kürzlich neue Schloss-Schüler kennenlernen dürfen.  Auch könnte ich mir vorstellen, wenn Interesse besteht, mal einen Vortrag zu halten über meinen Weg nach der Schloss-Schule.